Edelstahlhülle für Tschernobyl


30-Jahre Tschernobyl  –

Technik Made in Germany soll den Tschernobyl-Reaktor sichern

Heute vor 30 Jahren wurde die Welt Zeuge davon, was bei ziviler Nutzung von Kernkraft passieren kann. Am 26. April 1986 explodierte, aufgrund einer Technikpanne, der Druckröhrenreaktor im ukrainischen Tschernobyl. Die Folgen sollten noch jedem vor Augen sein. Es wurde ein Betonsarkophag gebaut, der den zerstörten Reaktorblock ummantelt. Aktuell haben die Baumaßnahmen für eine neue luftdichte Hülle begonnen. Ein aus Koblenz stammendes internationales Unternehmen, welches spezialisiert auf Gebäudehüllen aus Metall ist, bekam im März den Zuschlag für Bauteile der Innen- und Außenhülle. „Ausschlaggebend für den Zuschlag waren die überzeugenden Testergebnisse dieser eigens für diese Anwendung entwickelten Speziallösung auf der Basis unseres bewährten Stehfalzsystems.“, so der Geschäftsführer des Unternehmens.

Für die Gestaltung der Außen- und Innenhülle des New Safe Confinement (NSC) sollen folgende Komponenten eingesetzt werden:

  • Die Außenhülle besteht aus rund 700 Tonnen nichtrostendem Edelstahlblech der Güte 1.4404, das mit 0,5 Millimeter Blechdicke als Stehfalzsystem verarbeitet wurde
  • 500 Tonnen 0,5 Millimeter dicker Edelstahl in der Legierung 1.4301 bilden die Innenschale als Paneelsystems
  • 4.800 Bahnen Blech aus Edelstahl Rostfrei zu 30 Zentimeter breiten und bis zu 100 Meter langen Streifen geschnitten und durch Spezialmaschinen mit dem Stahlrohrrahmen mechanisch verbunden
  • Über drei Millionen Spezialschrauben aus Edelstahl Rostfrei kamen dabei zum Einsatz

Ende 2017 soll die Inbetriebnahme des NSC abgeschlossen sein.